
Sie machen ein MRT oder eine CT-Untersuchung in einer Radiologiepraxis. Einige Stunden später konsultiert Ihr Hausarzt die Bilder von seinem Computer aus, manchmal Hunderte von Kilometern entfernt. Zwischen diesen beiden Momenten durchlaufen Ihre medizinischen Bilder mehrere technische Schichten, jede mit ihren eigenen Schutzregeln. Zu verstehen, wie dieser Weg verläuft, hilft, die Sicherheitsfragen zu messen, die Ihre Gesundheitsdaten umgeben.
Was zwischen dem Untersuchungsgerät und dem Bildschirm des Arztes passiert
Der Prozess beginnt bereits bei der Aufnahme des Bildes. Ein CT-Gerät, ein MRT oder ein Röntgengerät erzeugt eine Datei im DICOM-Format. Diese Datei enthält nicht nur das Bild: Sie enthält auch Ihre persönlichen Informationen (Name, Geburtsdatum, Patientenidentifikationsnummer, Datum der Untersuchung).
Diese Datei wird dann an einen Server gesendet, der als PACS (Picture Archiving and Communication System) bezeichnet wird. Das PACS speichert, klassifiziert und verteilt die Bilder an autorisierte Gesundheitsfachkräfte. Wenn Ihr Arzt Ihre Akte an seinem Arbeitsplatz öffnet, fragt er diesen Server ab, der ihm die Bilder über ein sicheres Protokoll zurücksendet.
Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Ihr Radiologe Ihnen manchmal einen Weblink anstelle einer CD übergibt? Das liegt daran, dass immer mehr Einrichtungen Online-Portale nutzen. Das Bild wird dann über ein verschlüsseltes Netzwerk übertragen, bevor es Ihren Browser oder den Ihres Arztes erreicht. Ein Artikel, der den Weg web.irld.net auf Santé Net beschreibt, erläutert die technischen Schritte dieser Übertragungskette genau.
DICOM-Format und persönliche Daten in Ihren Bildern
Warum verdient das DICOM-Format Ihre Aufmerksamkeit? Weil es Bild und persönliche Informationen in einem einzigen Container kombiniert. Praktisch gesehen enthält eine DICOM-Datei zwei separate Blöcke.
- Die Pixel-Daten, das heißt das Bild selbst (der Schnitt Ihres Knies, das Röntgenbild Ihrer Lungen).
- Ein Metadaten-Header, der Ihren Namen, Ihre Patientenidentifikationsnummer, den Namen des verordnenden Arztes und klinische Notizen speichert.
- Technische Informationen über das verwendete Gerät (Modell, Aufnahmeeinstellungen, Schnittdicke).
Jede DICOM-Datei ist also eine miniature medizinische Akte. Wenn jemand auf die Datei zugreift, erhält er sowohl das Bild als auch die Identität des Patienten. Diese Besonderheit erklärt, warum der Schutz dieser Dateien strengen regulatorischen Anforderungen unterliegt, insbesondere der DSGVO in Europa.

Speicherung von Gesundheitsdaten und regulatorische Verpflichtungen in Frankreich
In Frankreich kann die Speicherung oder Übertragung medizinischer Bilder im Internet nicht auf jedem beliebigen Server erfolgen. Der Anbieter muss über eine HDS-Zertifizierung (Hébergement de Données de Santé) verfügen, die nach einem Konformitätsaudit zur physischen Sicherheit der Räumlichkeiten, der Datenverschlüsselung und des Zugangsmanagements erteilt wird.
Die DSGVO verlangt zudem, dass die Patienten über die Verarbeitung ihrer Daten informiert werden und ihre Rechte (Zugriff, Berichtigung, Löschung) ausüben können. Für eine Radiologiepraxis bedeutet dies, dass jeder Bildtransfer zu einem Online-Portal oder einem Kollegen einen bestimmten Rahmen einhalten muss.
Das Ségur-Programm und das DRIM-M-Projekt
Das Ségur des numériques im Gesundheitswesen hat die Aktualisierung der Radiologiesoftware (RIS) beschleunigt. Im Rahmen dieses Projekts zielt DRIM-M darauf ab, ein nationales Netzwerk zum Austausch medizinischer Bilder über Geräte namens DRIMbox zu schaffen. Ziel ist es, einem Arzt den Zugriff auf die Bilder eines Patienten zu ermöglichen, die in einer anderen Einrichtung erstellt wurden, ohne dass die Bilder über unsichere Kanäle übertragen werden.
Dieses System verändert die gewohnte Logik: Anstatt die Datei zu senden, wird dem empfangenden Arzt ein temporärer und nachverfolgbarer Zugang gewährt. Das Bild bleibt auf dem zertifizierten Ursprungsserver.
Cyberangriffe auf medizinische Bildgebungssysteme
Radiologiezentren sind nicht vor Cyberangriffen gefeit. Das European Repository of Cyber Incidents (EuRepoC) hat 351 signifikante Cyberangriffe auf Gesundheitseinrichtungen in Europa zwischen 2022 und 2025 dokumentiert, einschließlich Angriffe, die direkt die Radiologiesoftware und die PACS-Server stören.
Mehr als ein Drittel dieser Vorfälle führte zu Unterbrechungen von mehreren Tagen oder sogar Wochen der operativen Systeme. Konkret bedeutet dies, dass Untersuchungen nicht zugänglich sind, Diagnosen verzögert werden und die Versorgung chaotisch wird.
Drei Schwachstellen, die von Angreifern ausgenutzt werden
- Die DICOM-Dateien selbst können als Vektor dienen. Eine bösartige Datei, die so gestaltet ist, dass sie wie ein legitimes Bild aussieht, kann eine Schwachstelle in der Anzeigesoftware ausnutzen und Code auf dem Computer des Arztes ausführen.
- Unzureichend geschützte PACS-Server, die im Internet exponiert sind, ermöglichen es einem Angreifer, auf Tausende von Bildern und die zugehörigen persönlichen Daten zuzugreifen.
- Der menschliche Faktor bleibt das Hauptangriffsvektor: Eine Phishing-E-Mail, die von einem Mitarbeiter geöffnet wird, reicht aus, um das gesamte Netzwerk eines Bildgebungszentrums zu gefährden.

Schutz Ihrer medizinischen Bilder als Patient
Sie haben keinen Einfluss auf die technische Infrastruktur Ihres Radiologen. Sie können jedoch einige konkrete Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Überprüfen Sie, ob das Online-Portal, auf dem Sie Ihre Ergebnisse einsehen, eine verschlüsselte Verbindung verwendet (die Adresse beginnt mit “https”). Wenn Sie einen Link per E-Mail erhalten, stellen Sie sicher, dass er tatsächlich von der Einrichtung stammt, bevor Sie darauf klicken. Übermitteln Sie Ihre Bilder niemals über unverschlüsselte klassische Nachrichten: Eine einfache E-Mail kann abgefangen werden.
Sie können auch Ihre Rechte gemäß der DSGVO ausüben, indem Sie Ihren Radiologen fragen, welche Sicherheitsmaßnahmen beim Speichern Ihrer Bilder angewendet werden und ob der Anbieter tatsächlich HDS-zertifiziert ist. Dieses Informationsrecht ist Teil des französischen regulatorischen Rahmens.
Die Übertragungskette Ihrer medizinischen Bilder basiert auf soliden technischen Standards, vom DICOM-Format bis zu den HDS-zertifizierten Servern. Schwachstellen treten vor allem an den Übergängen auf: wenn eine Datei den Besitzer wechselt, wenn ein Server falsch konfiguriert ist, wenn ein Benutzer zu schnell klickt. Die technische Wachsamkeit der Fachleute und die tägliche Wachsamkeit der Patienten bilden die zwei Seiten eines und desselben Schutzes.